herbst_2016

Es war wohl eines der nassesten Jahre in der Geschichte unserer Region. Alleine von Mai bis Juli fielen rund 200l Wasser, zum Vergleich: 2015 fielen das ganze Jahr nur 258 l Regen. Alle 2 – 3 Tage regnete es, die Reben konnten kaum Abtrocknen, das waren optimale Bedingungen für den Peronospora Pilz, der dann auch gnadenlos zuschlug! Kollegen die das ignorierten und sich nicht so um den Pflanzenschutz in den Weinbergen kümmerten, bekamen das schmerzlich zu spüren. Bis hin zum Totalausfall wurden manche Weinberge vom Pilz geschädigt, ich hatte das zuvor noch nie gesehen! Wir hingegen haben mit äußerster Disziplin wohl alles richtig gemacht, und konnten das Laub und die Traubengescheine „pilzfrei“ halten. Die Basis für eine gute Ernte. In Gummistiefeln liefen wir im „Sommer“ durch die Weinberge um darin zu arbeiten. Das war auch neu.

Aber das Wetter machte trotzdem auch uns zu schaffen, denn die Trauben entwickelten sich nicht so wie in dem sonnenverwöhnten Jahr 2015 ! Mit Sorge blickten wir noch Ende August in die Wettervorhersagen, aber wir mussten es nehmen wie es kommt.

Wer mir Ende August eine so tolle Ernte prognostiziert hätte, den hätte ich mangels Fachwissen zum Nachsitzen auf die Weinbauschule geschickt.

Zum Glück kam dann aber der „goldene September“!

An einen solchen September mit Temperaturen weit über 30 ° C kann man sich kaum erinnern. Die Traubenreifte beschleunigte sich, die Roten färbten sich in nur wenigen Tagen komplett um ( gleiche Reife ) und die gefürchtete und angekündigte Kirschessigfliege fiel dieses Jahr durch die heißen Temperaturen wie durch ein Wunder komplett aus!

Also nutzten wir jeden Tag, „warteten“ um dann rund 2 Wochen später als 2015, am 19.Sept. mit der Ernte der Huxelrebe und des Rivaners zu beginnen. Es blieb in den kommenden 4 Wochen weiterhin trocken, fast kein Regen, die Trauben blieben gesund, eine himmlische Wende in einem totalen Überraschungsjahrgang! Bis zum Ende der Lese brachte man es doch noch auf 1932 Sonnenstunden, also nur 50 weniger als 2015 – verrückt. Am 17. Oktober ernteten wir zum Finale die Trauben des Cabernets.

Im Fazit : Ende gut – Alles gut: freuen Sie sich auf fruchtige, frische und spritzig harmonische Sommerweine, als Vorbote füllen wir die Huxelrebe trocken bereits Ende Oktober auf Flaschen. Die Roten kommen wie immer erst mal ins Holz!

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